Auf einem kleinen Fenster im ersten Stock steht mit Kreppband geschrieben: ICH LEBE WIEDER ____________________
Danach
Es ist samstags. Ich sitze in einem kleinen Cafe mit lautem Barpersonal und lese. Die Kaffeemaschine zischt. Wenn die Sonne gerade mal nicht durch das Fenster scheint, regnet es durchsichtigen Pflanzensprühflaschenregen. Als erstes merken so was die Brillen, die vor dem Fenster spazieren und spannen ihre Schirme. Alle anderen bleiben noch unbehütet. Ein heterosexuelles Heldenpaar aus England setzt sich an den Tisch neben mir und trinkt Heineken. Es ist kurz nach zwei. Über der Eingangstür hängt eine Regenbogenfahne. Ich lese „Sprache und Geschlecht – Die Unilektüre“. Der beleibte Mann mit der dunklen Schirmmütze, der gegenüber am Stehtisch steht, grinst mich an, als er den Buchrücken sieht. Ein Stiernacken von einem Buchrücken, denkt er vielleicht. Ich zahle und bedanke mich hastig für das Klischee. ____________________
Vor der Tür
Der Lehrer trägt ein braunes Cordsakko. Und es ist ihm ernst damit ____________________
Anweisung zur samstägigen Tugend
Ballen sie ihre Hand zu einer prallen Faust. Führen sie diese ohne größere Umwege zum Mund. Beginnen Sie nun mit einem leisen Lachen. Gebrauchen sie dabei nicht das übliche Ha oder das bauchige Ho, sondern artikulieren sie ein breites He oder ein spitzes Hi. Glückwunsch! Sie haben sich erfolgreich ins Fäustchen gelacht. ____________________
Daheim
Die kleine Frau schaut vom Computer auf, als ich die Türe aufschließe: „Manno, ich saß den ganzen Tag am Schreibtisch und hab in Gedanken geschlafen.“